bearbeitet: 12.03.2014      
ergänzt: 09.05.2015      

Deutsch - Hyperaktiver Aktionismus mit unserer Sprache

Hyperaktiv nennt man einen Menschen, der übersteigert intensiv und übereifrig mit sich selbst und mit seiner Umgebung umgeht. Hyperaktiven Aktionismus findet man auch in vielfältiger Form in unserer Sprache. Im mündlichen Ausdruck vieler Menschen deutscher Muttersprache findet man - meist mit dem Ton unbedingter Wichtigkeit - zahlreiche Ausdrucks- oder Stilformen, die auf ein Defizit der Beherrschung der deutschen Grammatik hinweisen. Viele dieser Fehler findet man auch in der Sprache öffentlicher Personen oder Institutionen, zum Beispiel bei Politikern, in der Werbung, bei Moderatoren - die ja Germanistik studiert haben (sollten) - oder auch in Ämtern und Behörden. Nun ist es beinahe üblich geworden, solche exzessiven Sprachverbiegungen nicht als Fehler anzuerkennen, sondern sie damit zu rechtfertigen, daß eine Sprache ja lebe und sich deshalb verändere. Was aber gegenwärtig mit unserer Sprache gemacht wird, ist des Guten zuviel. Es gibt zu viele Leute, die sich berufen fühlen, die deutsche Sprache nach ihren Einzel- oder Privatvorstellungen verändern, sie sagen, verbessern zu wollen, wodurch jedoch meist nur das Gegenteil erreicht wird. Das reicht von massenhaften Rechtschreibreformen über politisch inszeniertes Genderdeutsch, über rätselhaftes Beamtendeutsch bis hin zu sintflutartigem Überschwemmen des Deutschen mit englischem Vokabular. Eine große Zahl solcher "Sprachrevolutionäre" nennt die Verteidiger der deutschen Sprachtradition die ewig Gestrigen, die den Wandel der Sprache nicht verstehen wollen. Eine große Zahl Verunstaltungen unserer Sprache entsteht aber auch durch die zwanghafte Manie einiger Kreise der Gesellschaft, mit übertrieben kraftstrotzenden Ausdrucksformen als besonders stark zu erscheinen, um ein übersteigertes Geltungsbedürfnis zu befriedigen. Die Gesamtheit all dieser Aktionen gegen die deutsche Sprache zeigt aber genau das, was der deutsche Humorist Loriot schon mit Seitenhieb auf die deutsche Sprachentwicklung aufs Korn nahm, indem er sagte: "In einigen Generationen wird es genügen, sich grunzend zu verständigen."

Nachfolgend seien einige dieser Tendenzen und auch Einzelheiten angesprochen, ohne dabei eine systematische Sprachwissenschaft zu bemühen. Der Leser kann solche Sprachmarotten mit Schmunzeln zur Kenntnis nehmen, jedoch fände ich es sehr schön, würde die Aufzählung zum Nachdenken anregen und dazu bewegen, die eigenen Sprech- und Schreibgewohnheiten selbstkritisch zu prüfen. Einige dieser Ausführungen sollen informieren, bei anderen hingegen konnte ich nicht daran vorbei, mit einer angemessen kabarettistischen Darstellung manche Übertreibungen zu glossieren.

1. Unpassende Gleichnisse

Mit Begriffen aus der Wissenschaft wird oft versucht, vergleichend etwas verdeutlichen oder veranschaulichen zu wollen. Oft geht das schief, weil der verwendete Vergleichsbegriff eine völlig andere Aussage hat, die dem Anwender oft wenig oder nicht bekannt ist.

  1. Aus der Chemie:
    Will man eine beurteilende Entscheidung einer Prüfung unterziehen, will also testen, ob Zweifel daran berechtigt sind oder nicht, spricht man von einem Lackmustest. Hier wurde das englische litmus test ins Deutsche übernommen, ohne zu bedenken, daß diese Sinnentsprechung im Deutschen nicht existiert. Es ist also einfach eine falsche Übersetzung, das redensartliche Pendant für die deutsche Sprache ist der Prüfstein. Einigen ist es aber zu gewöhnlich, Püfstein zu sagen, etwas Kraftstrotzenderes muß her, dabei ist auch Unsinn willkommen.


  2. Aus der Physik:
    Will man einen großen Fortschritt, ein rasches Vorankommen verdeutlichen, so nennt man das einen Quantensprung. Der Begriff, der den sprungartigen, diskreten Wechsel eines Teilchens in ein anderes Energieniveau bezeichnet, wird heute vorzugsweise von Politikern wichtigklingend für einen raschen Fortschritt verwendet. Daß der Quantensprung aber auch rückwärts erfolgen kann, will man dabei nicht bedenken oder man weiß das gar nicht. Das paßt nicht in die Absicht, mit wissenschaftlichem Vokabular anzugeben. Also täuscht man Bildung vor, die man gar nicht hat, vertraut darauf, daß es auch der Zuhörer nicht weiß, und macht sich mit seinem Vokabular lächerlich.


  3. Aus der Astronomie:
    Über eine Darstellung, einen Vorgang oder einen Prozeß sagt man, er nähme galaktische Dimensionen an. Wörter wie groß, riesig, mächtig oder gewaltig reichen nicht mehr, es müssen in der Ausdrucksweise aufschneiderisch alle Maßstäbe gesprengt werden. Die Mehrzahl derer, die sich solcher Ausdrucksweisen bedient, weiß meist nicht annähernd, was galaktische Dimensionen sind. Man frage doch mal einen Verwender zum Beispiel, was ein Parsec ist oder ein Lichtjahr oder was man unter einer Galaxie versteht, kaum wird man etwas Brauchbares erfahren.


  4. Aus der Mathematik:
    Man hört, daß eine Entwicklung in Größenordnungen voranschreitet. Aber da entsteht eine Frage: In welchen Größenordnungen bitte? Das erfährt man nicht. Die Ausdrucksweise entlarvt sich als das sinnentleerte Verwenden eines Wortes, das mathematische Kenntnisse suggerieren soll, die man nicht hat. Würde man sagen: Die Grundstückspreise haben sich gegenüber der DDR in der Größenordnung 102 erhöht, so ergäbe das einen Sinn. Sagt man aber: Die Grunstückspreise haben sich in Größenordnungen erhöht, so hat das überhaupt keine Aussage. Nebenbei: Muß man so geschwollen reden? Man kann doch einfach sagen, die Preise haben sich verhundertfacht.


  5. Aus der Statistik:
    Typisches Politikerdeutsch ist der Ausdruck "Prozentpunkte". Da heißt es, eine Partei gwänne bei Umfragen 5 Prozentpunkte hinzu, eine andere habe 4 Prozentpunkte verloren. Was mögen das für Punkte sein? Zur Klarstellung: Lateinisch pro centum, deutsch je hundert oder von hundert ist ein relatives Anteilmaß, normiert auf gesamt = 100. Irgendwelche fiktiven Punkte sind dabei nicht im Spiel. Es sind ganz einfach Protenze. Der Begriff Prozentpunkte ist ohne jeden Sinn. Der Ausdruck, eine Partei gewänne 5 Prozentpunkte, erzeugt die Frage: Was sind das für 5 von 100 Punkten? Was eigentlich sind denn Parteipunkte? Wer legt sie fest? Was beinhalten sie? - Gar nichts. Es klingt schön hochtrabend, ist aber tatsächlich nur Unsinn.


2. Sinnvermissende Zuordnung der Adjektive

Adjektive werden sehr oft nicht sinnentsprechend zu Nomen zugeordnet, so daß eine falsche, zum Teil unsinnige Aussage entsteht.

3. Die unnütze Verwendung von irgend.

Gemeint ist die Verwendung von irgend zu unnötigen Füllzwecken, also nicht zum Beschreiben eines nicht genau zu benennenden Vorgangs. Sie ist oft undurchsichtig und meist überflüssig.

4. Worte oder Wörter

Häufig wird der Plural Worte für Wörter verwendet. Die beiden Pluralausdrücke bedeuten aber verschiedenes:

Beispiele:

5. Diskurspartikel

Diskurspartikel sind unnütze Sprachfüllaute ohne semantische, ohne syntaktische und ohne inhaltliche Bedeutung. Sie sollten beim Sprechen nach Möglichkeit vermieden werden.

Häufige Diskurspartikel sind:

Ein Sprecher, der überhäuft Diskurspartikel in seine Rede setzt, zeigt, daß er seine Gedanken nicht beisammen hat. Er malträtiert seine Zuhörer mit undurchdachtem Gerede. Diskurspartikel sind eine Art inhaltliches Stottern. Man kann nur empfehlen: Vor dem Sprechen Gehirn einschalten. Übertriebene Anhäufungen von Diskurspartikeln findet man nicht nur - oft sogar weniger - bei bildungsfernen Bevölkerungsschichten. Alle sind davon befallen: Wissenschaftler, Politiker, Journalisten, Künstler, Moderatoren, Kabarettisten, darunter viele, die eine Hochschule abgeschlossen haben. Als Ursachen kann man ermitteln, daß, begonnen in unseren Schulen und Lehreinrichtungen, in den meisten Fällen nicht mehr auf die Sprache geachtet wird. Sprache wird immer weniger als äußerer Ausdruck des Bildungsstandes angesehen. In Facharbeiten an unseren Schulen wird die Qualität der Sprache nicht mehr bewertet. Eine ordentliche Sprache hat eine immer geringere Bedeutung für das Ansehen einer Person. Es gibt nur noch ganz wenige Menschen, die beim Sprechen Sätze formulieren, die man auch aufschreiben könnte. Natürlich passiert es schon mitunter, daß man im eiligen Redefluß, zum Beispiel bei einer Auseinandersetzung, ein Diskurspartikel einfügt. Das ist unvermeidlich und wird auch akzeptiert. Lästig ist es aber, wenn ein Sprecher sie in kurzen Sätzen massenhaft verwendet.

Verschiedentlich wird jedoch versucht, einer solchen Sprechweise einen positiven Anstrich zu verleihen, das ständige "ähm"-Sagen zu rechtfertigen, es salonfähig zu machen. In der freien Enzyklopädie Wikipedia findet man dazu eine Definition, die völlig neben der Sache, ja, beinahe absurd ist:

"Diskurspartikel oder Diskursmarker sind Wörter", heißt es, "die das Gespräch steuern und keine eigentliche semantische Bedeutung haben, wie zum Beispiel im Deutschen also oder ähm. Sie haben interaktionsstrategische Funktionen oder tragen zur Strukturierung von Äußerungen bei."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Diskurspartikel).

Ich halte das für völlig leeres, mit vielen Fehlern behaftetes Gerede, das mir eine Kommentierung abverlangt.

  1. Diskurspartikel sind keine Wörter. Sie sind Lautäußerungen, die nicht zu den Elementen einer Sprache gezählt werden.

  2. Diskurspartikel haben nicht nur "keine eigentliche", sondern überhaupt keine semantische Bedeutung.

  3. Also ist kein Diskurspartikel, sondern ein Wort. Also kann in der Bedeutung von folglich, mithin, demnach oder ergo (lateinisch) verwendet werden:

  4. Diskurstpartikel "steuern" das Gespräch überhaupt nicht. Sie hindern den Zuhörer am Erkennen des Redeinhalts und des Satzbaus und erfordern unnützen, zusätzlichen Aufwand, den Sprecher zu verstehen.

  5. Diskurspartikel haben keinerlei "interaktionsstrategische" Funktionen. Die erhalten sie auch nicht durch ungeheuerlich hochgestochene Begrifflichkeiten wie "interaktionsstrategisch". Der Leser vermag kaum abzubilden, was damit gemeint sein könnte. Diskurspartikel zerstückeln den Redefluß, weil der Sprecher die Gedanken, die er äußern möchte, noch nicht fertiggefaßt hat und befürchtet, in einer möglichen Redepause unterbrochen zu werden.

  6. Diskurspartikel tragen in keiner Weise zur "Strukturierung von Äußerungen" bei. Sie sind lästiges Beiwerk der Rede, das dazu führen kann, daß der Zuhörer sich abwendet. Man erwartet von einem Sprecher, seine Gedanken so zu formulieren, daß man sie unterbrechungsfrei verstehen kann. Dazu sind Diskurspartikel kontraproduktiv.

Fazit: Die in Wikipedia eingetragene Definition ist völlig falsch, ist undurchdachtes Geschwätz, hat keine wissenschaftliche Grundlage und senkt bei ihrer Aufnahme in eine Enzyklopädie deren Akzeptanz und Glaubwürdigkeit.

6. Nichtssagende Ausdrücke

Gemeint sind hier Floskeln, die hochtrabend klingen, tatsächlich aber keine Aussage haben, folglich bedenkenlos weggelassen werden können.

Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, einmal über folgendes nachzudenken. Oft sagt man: "Ich bedanke mich bei Ihnen." Wie kann man das machen? Sollte man nicht sagen: "Ich danke Ihnen.", um jemandem seinen Dank auszudrücken? Wie bedankt man sich eigentlich selbst? Und dann noch bei einem anderen? Das ist ein logischer Purzelbaum. Dann müßte man ja auch sagen dürfen: "Ich begrüße mich bei Ihnen.", statt "Ich grüße Sie.", um jemandem seinen Gruß zu erweisen. Es wäre dann auch die Aussage als richtig anzusehen "ich entschuldige mich bei Ihnen." Das geht gar nicht. Niemand kann sich selbst "entschuldigen". Ich kann einen anderen um Entschuldigung bitten, also ihn bitten, mir meine Schuld abzunehmen.

7. Die Wortanordnung im Satz

  1. Die Wortstellung in Sätzen mit weil und denn ist nicht gleichgültig.

  2. Wir können es lernen, weil es ist nie zu spät. Der Satz enthält einen grammatischen Fehler. Er muß lauten: Wir können es lernen, weil es nie zu spät ist. Oder: Wir können es lernen, denn es ist nie zu spät. Während der Wortstellungsfehler in Sätzen mit weil sehr oft vorkommt, wird er in Sätzen mit denn nicht beobachtet. Wie kommt das? Dieser Fehler hat seinen Ursprung in fehlerhaften Übersetzungen aus dem Englischen. Dort ist nach weil (because) die Wortstellung wie im ersten Satz richtig, im Deutschen jedoch nicht.

  3. Die Wortstellung im Fragesatz.

  4. Sie wollen ein neues Auto? In diesem Satz ist das Fragezeichen falsch. Der Satz ist kein Fragesatz, sondern ein Aussagesatz. Der Fragesatz muß lauten: Wollen Sie ein neues Auto? Dieser Mißbrauch der Wortstellung wird äußerst forciert von der Werbung vorangetrieben. Er soll dem Fragesatz in aggressiver Weise eine Bestimmtheit verleihen. Dies widerspricht aber den grammatischen Regeln des Deutschen. Jedoch wird der Fehler so massiv verwendet, daß viele Deutsch-Muttersprachler ihn bereits nicht mehr als Fehler empfinden. Dies ist ein beredtes Beispiel für die aktive Sprachzerstörung durch die Werbung. Ein Werbetexter formulierte das so: "Wir haben nicht die Aufgabe, die Sprache zu pflegen, sondern ein Produkt zu verkaufen." Hier wird ein Gegensatz konstruiert, der nicht existiert. Man kann ein Produkt auch in ordentlicher Sprache bewerben.

8. Der Dativ anstelle des Genitivs

Oft gibt es Kasusfehler, zum Beispiel mit der Präposition wegen.

Viele Deutsch-Muttersprachler haben - warum auch immer - eine unbegründete Abneigung gegen die Verwendung des Genitivs.

Auch wird häufig die Präposition von verwendet, wo es über heißen muß:

9. Einiges zum Genderdeutsch

Dies ist ein ganz böses Kapitel sprachlicher Verunstaltung. Die vermeintliche Gleichbehandlung von Männern und Frauen oder die sogenannten "geschlechterneutralen" Formulierungen sind völlig unnütz, niemand braucht sie, und außer durch Politiker, die sie massiv vorantreiben und sogar "Rechtsvorschriften" dazu initiieren, was immer das sein mag, werden sie von den deutschsprechenden Völkern im wesentlichen ignoriert. Das ist sicher der gesündeste Part in diesem Prozeß. Frauen mit Bildung und Intelligenz begrüßen das Genderdeutsch auch nicht. Auch die orthographischen Auswüchse wie Schrägstrich-innen oder ein großes I inmitten eines Wortes (Mitarbeiter/innen, MitarbeiterInnen) werden in den deutschsprechenden Völkern mehrheitlich abgelehnt.

Hier einige Tendenzen und Beispiele, die den ganzen Unsinn zeigen.

10. Partizipien im Genderdeutsch

Partizipien werden vermehrt anstelle der Nomen als sogenannte "geschlechterneutrale" Ausdrücke verwendet, weil mit der Zeit auch den härtesten Genderdeutsch-Vertretern die permanenten Doppelnennungen als unangenehm und lästig auffallen. So heißt es nun fortan:

Abgesehen von den stilistischen Verfehlungen ist nun aber mit dieser Ausdrucksweise das Problem nicht behoben. Zum Beispiel ist Studierende keineswegs "geschlechterneutral", wie man darzustellen versucht, denn es gibt nun die Studierende und der Studierende, nur sieht man es nicht gleich wegen der Kongruenz der Formen. Also schon an dieser Stelle ist das ganze ein Flop. Aber mit dieser Redeunsitte entsteht ein anderes, weit schlimmeres Dilemma: Der Bedeutungsunterschied zwischen Nomen und Partizipien wird durch den Dauergebrauch dieses falschen Deutschs verwischt. Ein Beispiel. Ich habe die Straßenverkehrsordnung in der Fassung vom 1. April 2013 nach der Einführung der sogenannten "geschlechterneutralen" Formulierungen aufs genaueste studiert. Das Ergebnis kann man hier einsehen: http://www.unipohl.de/StVO.htm. Mit der Ausführung dieses Studiums und der anzufertigenden Analyse bin ich also ein Studierender der StVO. Bin ich nun auch ein Student der StVO? Wer noch nicht gänzlich dieser Sprachentstellung verfallen ist, wird die Frage sicher verneinen. Ein Student (Mann oder Frau!) ist eine an einer Lehreinrichtung eingeschriebene Person, mit dem Ziel, ein Studium zu absolvieren und die erworbene Qualifikation durch bestandene Prüfungen und Examen nachzuweisen. Ein Studierender ist also etwas völlig anderes. So sieht man denn, daß mit solchen Sprachdoktrinen lediglich eines erreicht wird: Es wird in der deutschen Sprache großer Schaden angerichtet.

11. Der untergehende Konjunktiv

Es gibt in der deutschen Rede Aussagen, die ohne den Konjunktiv nicht auskommen, ja, das Fehlen des Konjunktivs ist an bestimmten Stellen ein grammatischer Fehler.

Die Form wir hülfen ihm, bäte er uns darum, wird von vielen, insbesondere jungen Menschen altmodisch genannt und größtenteils nicht mehr verwendet. Viele kennen diese Formen gar nicht mehr, die heutige Generation der Deutschlehrer unterrichtet sie nicht mehr. Das ist sehr schade, denn die deutsche Sprache ist sehr reich an Verbformen des Konjunktivs:

12. Sprachscherze werden ernst genommen

Es gibt eine Reihe Sprachscherze, die in humoristischen oder satirischen Texten durchaus verwendet werden können und dürfen. Wenn sie aber als ernst genommene Formulierungen in die deutsche Sprache einzugehen drohen, darf man schon ein kritisches Wort finden. Gemeint sind Begrifflichkeiten wie

und einige andere. Sie verletzen zwar die deutsche Grammatik, haben aber humoristischen Wert, mit dem man die Aufmerksamkeit für bestimmte Aussagen mit Heiterkeit verstärken kann, wohl wissend, daß man solche Formulierungen nicht überall verwenden darf.

In die Reihe dieser Scherzausdrücke gehört auch frau als Pendant zum unbestimmten Fürwort (Indefinitpronomen) man, das heute von einigen Feministen schon als "normal" empfunden wird und einen Platz in der Grammatik beanspruchen möchte, weil man im Indefinitpronomen man etwas Männliches zu erkennen glaubt. Nun liegt ja die Zeit, in der man dies möglicherweise noch annehmen mußte, etliche hundert Jahre zurück. Der Versuch, diese Ansicht nun in die heutige Zeit zu verlegen und man als männlich wiederzubeleben, zeugt schon von gar arg fossilen Denkmustern. Amüsant ist dabei aber, daß die Verfechter solch altertümlicher Denkansätze genau diejenigen sind, welche die Bewahrer vernunftgetragener Traditionen der deutschen Sprache die ewig Gestrigen nennen. Diesen geistigen Kopfstand muß man erst einmal zuwegebringen.

Man könnte hier durchaus auch das immer häufigere Sinn machen einordnen. Stets und ständig macht etwas Sinn. Man kann aber Sinn eben nicht machen. Etwas kann Sinn haben oder es kann sinnvoll sein. Und wieder sehen wir, daß viele mit dem Englischen nicht klarkommen. Dort heißt es make sense. Das ist richtig. Nur eben die wortgetreue Übersetzung ist falsch.

13. "Neue" Schreibweisen

Man liest mitunter in einigen Texten "neue" Schreibweisen deutscher Ausdrücke, bei denen die Erklärungen der Rechtschreibreformer zur Getrennt- und Zusammenschreibung in unserer Sprache in gedankenlosem Gehorsam allzu übereifrig gehandhabt werden. Zitat aus den Vorbemerkungen im Regelwerk der Rechtschreibreform zum Abschnitt Getrennt- und Zusammenschreibung: "(2) Bei der Regelung der Getrennt- und Zusammenschreibung wird davon ausgegangen, dass die getrennte Schreibung der Wörter der Normalfall und daher allein die Zusammenschreibung regelungsbedürftig ist." Es ist sehr leicht zu erkennen, daß dies völlig daneben ist. Getrennt- und zusammengeschriebene Begriffe haben meist verschiedene Bedeutung und sind beide erforderlich. Eine Regelung auf die angegebene Weise ist schon deshalb völlig unbrauchbar. Das bekannteste Beispiel ist der allein stehende Baum (in seiner Nähe stehen keine anderen Bäume) und die alleinstehende Frau (eine Frau, die keinen Partner hat). Mit dieser obigen Festlegung haben die Reformer mit großer Wucht in die Fäkalien gegriffen. So liest man denn auch oft

sogar

habe ich schon gefunden. Alle diese Schreibweisen sind orthographische "Miss Leistungen". "Konsequenter Weise" müßten wir dann auch schreiben: hoch Schule, Straßen Bahn, Leder Schuhe, Tisch Decke, Haus Meister, auf wieder Sehen, Auto Reifen usw. usf. Die Lesbarkeit solcher Stilblüten ist sehr erschwert, und eine Satzanalyse zur Bestimmung der enthaltenen Satzglieder ist gar nicht mehr möglich.

14. Begriffe und Beschreibungen

Begriffe im Deutschen haben einen allgemeinverständlichen Inhalt und in der Regel keine beschreibende Funktion. Es sind Vokabeln, bei deren Hören oder Lesen alle Mitglieder der Sprachgemeinschaft und auch Menschen, die Deutsch als Fremdsprache erlernt haben - heißt, alle Deutschkundigen - etwa das gleiche assoziieren. Besondere Beschreibungen der deutschsprachigen Begriffe sind also völlig unnütz. Jeder Deutschsprechende weiß zum Beispiel, was unter dem Begriff der Tisch zu verstehen ist. Eine beschreibende Eigenschaft hat aber weder das Wort noch der Begriff. Wäre dies notwendig, müßten wir bebeinte Horizontalplatte oder ähnliches sagen. Auch die Tür ist ein Begriff, keine Beschreibung. Jeder weiß, was eine Tür ist, einer Beschreibung oder Erklärung, wie etwa Mauerdurchbruchsverschließbrett bedarf es nicht. Es entstünden damit auch neue Probleme, denn der enthaltene Begriff Brett müßte wiederum definiert werden, weil er nichts beschreibt, sondern ein Begriff ist, und so setzte sich das fort. Daß ein Begriff keine Beschreibung ist und auch keine braucht, ist eine grundsätzliche Eigenschaft der Begriffe in einer Spache. Nun gibt es in dem Bestreben einzelner Personen oder Gruppen, die Sprache "verbessern" zu wollen, die Tendenz, dies nicht zu akzeptieren. Nicht erst in neuerer Zeit, sondern auch schon früher.

So hat zum Beispiel in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein findiger Technologe festgestellt, daß mit einem Schraubenzieher ja an einer Schraube gar nicht gezogen, sondern gedreht wird. So schuf er das Wort der Schraubendreher, und viele schlossen sich diesem Irrtum einer Notwendigkeit des Beschreibens an, glaubten, das neue Wort benenne das Werkzeug besser. Aber Schraubenzieher ist nach meinem Empfinden ganz treffend, zieht man doch damit eine Schraube fest. Schraubendreher sagt gar nichts. Viel eher müßte man dann besser den Schraubenzieher vom Schraubenlöser unterscheiden. Nicht nötig, denn es ist dasselbe Werkzeug. Wie auch immer. So fand das wesentlich unglücklicher gewählte Wort Eingang in technologische Texte, in technische Beschreibungen, sogar in Normtexte der Werkzeugbranche. Es sind jedoch stets kleine Gruppen, die sich mit solchen Neuschöpfungen von der Sprachgemeinschaft absondern. Im allgemeinen Sprachgebrauch konnte der Schraubenzieher nicht verdrängt werden. Genauso, wie der Haareschneider den Friseur nicht ablöste. Ähnlich verhält es sich mit der Glühbirne, die heute Leuchtmittel heißen soll, oder dem Zollstock, den verschiedene Sprachverschlimmbesserer Gliedermeßstab nennen.

Solche Bestrebungen führen dazu, daß die Sprache in regionale oder sachbezogene Gruppen zerstückelt und so die Einheitlichkeit der Sprache untergraben wird. Besonders ausgeprägt sind diese Tendenzen in Behörden, Amtern und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen, insbesondere in der Justiz. So kommt es dazu, daß große Teile der Sprachgemeinschaft die sogenannte Amtssprache Deutsch schwer oder nicht mehr verstehen. Schaut man zum Beispiel einmal in eine deutsche Geburtsurkunde, so findet man nicht vor, daß ein Knabe oder ein Junge oder ein Mädchen geboren wurde, nein, es steht dort ein Kind männlichen oder weiblichen Geschlechts. Den normalen Deutschkundigen befällt beim Anblick solcher Benennungen meist ein Grinsen und ihm fällt auf, daß beides falsch ist: Bis ein Neugeborenes ein Mann oder eine Frau wird, vergehen 16 bis 18 Jahre. Frauen und Männer werden nicht geboren, immer nur kleine Kinder. Den Beamten aber erscheinen die üblichen deutschen Begriffe und Bezeichnungen offenbar zu trivial, man will sich "gehobener" ausdrücken, oder es ist die erklärte Absicht, so zu sprechen, damit die Allgemeinheit es nicht mehr versteht und in Ehrfurcht vor der hochtrabenden Juristensprache erstarrt. Wie sonst könnte man die nachfolgend aufgezählten "Begriffe" einordnen, die - ich muß das anmerken - nicht ich erfunden habe, sondern die offizielle Benennungen im sogenannten Amtsdeutsch sind. Man nimmt solche Ausdrucksweisen, bei denen man ohne eine Erklärung kaum erkennen kann, worum es sich handelt, mit Kopfschütteln zur Kenntnis und weiß dabei, daß solche Sprachexzesse nur einer begrenzten Anzahl Personen vorbehalten sind.

Amtsdeutsch Deutsch
Personenvereinzelungsanlage Drehtür
Lebensberechtigungsbescheinigung Familienstammbuch
Betriebsmittelaufnahme Betankung
Raumübergreifendes Großgrün Baum
Rauhfutterverzehrende Großvieheinheit Rind
Spontanvegetation Unkraut
Straßenbegleitgrün Grünstreifen
Lichtzeichenleitanlage Verkehrsampel
Dreiseitenkipper Schubkarre
Mehrstück Kopie
Mobile ethnische Minderheiten Sinti und Roma
zu verunmöglichen unmöglich zu machen
Xenologismus Fremdwort

Das sind nur Beispiele. Forscht man weiter, wird die Liste ganz erheblich länger und man könnte noch mehr darüber lachen, wäre es nicht so ernst. Natürlich erfüllen alle diese "Begriffe", wie man sieht, die Forderung einer beschreibenden Funktion, auf die aber der Deutschkundige auch gelassen verzichten kann. Eine Ausnahme ist der letzte Begriff, mit dem das Fremdwort endlich selbst zum Fremdwort gemacht wird.

Resümee:

Wäre ich Inhaber eines gehobenen Amtes im Weinvertrieb, würde ich zum Beispiel den Satz Der Küfer hat den Spunt gezogen und das Faß auslaufen lassen so umformulieren: So hat doch der Küfer vermittels Herausziehung des Einfüllöffnungsverschlußholzes das diesbezügliche Flüssigkeitsrollbehältnis zu Auslaufung gebracht. Besser? Man muß nun nur noch den Küfer beschreibend umbenennen, ich wollte aber an dieser Stelle eventuelle Beleidigungen eines Berufsstandes vermeiden. Wenn wir am Ende alle so sprächen, hätten wir unsere Sprachprobleme gelöst, dann wären wir sprachlich alle auf dem Stand eines deutschen Beamten. Tanderadei!

15. Einige Feinheiten der Interpunktion

Worum geht es? Einleitend ist zu sagen, worum es nicht geht. Es geht nicht um die von der Rechtschreibreform verordneten sogenannten "neuen" Kommaregeln, denn sie passen nicht zum Thema Feinheiten, sie sind grobschlächtig, sie sind der größte Unfug, der je in der deutschen Sprache fabriziert worden ist. Deshalb finden sie ja auch in der Praxis so gut wie keine Verwendung. Nach Aussagen der Rechtschreibreformer wurde die Anzahl der Kommaregeln von 52 auf 9 reduziert, wodurch die Kommasetzung nun beliebig statt geregelt ist: Es gibt nun Hunderte Kommaprobleme, die nicht mehr festgelegt sind. Genauer habe ich mich mit diesen Kommaregeln in den Beiträgen http://www.unipohl.de/Neudeutsch.htm und http://www.unipohl.de/Resuemee.htm befaßt. Lassen wir also die Kommaregeln besser, wie sie früher waren und klären einige Einzelheiten der Interpunktion, die sehr vielen Schreibern oft Probleme bereiten.

  1. Satzzeichen und wörtliche Rede

    Er sagte: "Ich komme dich besuchen." Klar ist, daß die wörtliche Rede in Anführungszeichen steht und nach einem Doppelpunkt folgt. Wo aber steht der Punkt hinter besuchen? Außerhalb oder innerhalb der Ausführungszeichen? Er steht innerhalb. Der Punkt ist der Abschluß des Aussagesatzes und gehört also zur wörtlichen Rede. Wie aber, wenn der Satz lautet "Ich komme dich besuchen", sagte er. Der Punkt, der am Ende der Aussage hinter besuchen stehen müßte, kann entfallen, er wird durch den Punkt am Ende des gesamten Satzes "vertreten". Außerhalb der wörtlichen Rede folgt ein Komma, das die nachgesetzte Ankündigung von der wörtlichen Rede trennt. Da sie nachgesetzt ist, steht kein Doppelpunkt. Noch eine andere Satzgestaltung. "Ich komme dich besuchen", sagte er, "vielleicht heute abend." Das Komma zwischen Haupt- und Nebensatz der wörtlichen Rede, das hinter besuchen stehen müßte, darf hier entfallen. Es wird vom Komma vor der Ankündigung "vertreten". Es muß aber hinter den Ausführungszeichen stehen.


  2. Der Umgang mit dem Apostrophen

    Der Apostroph, auch Auslassungszeichen oder Ellipsenzeichen genannt, kann als Darstellung für ein fehlendes - ein flüchtiges - s oder für ein nicht darstellbares Genitiv-s stehen, in bestimmten Fällen auch für ein fehlendes e. Sonst aber nicht. Falsche Apostrophsetzung findet man im Deutschen überaus häufig. Deshalb hier auch eine größere Zahl Beispiele:


  3. Der Doppelpunkt

    Der Doppelpunkt (Kolon) wird nach Einleitung vor einem Zitat oder einer wörtlichen Rede gesetzt. Auf den Doppelpunkt können auch Erklärungen oder Erweiterungen des vorher Gesagten folgen. Nach dem Doppelpunkt wird großgeschrieben, wenn ein vollständiger Satz folgt. Es kann klein geschrieben werden, wenn Aufzählungen folgen, die nicht mit einem Substantiv beginnen. Der Doppelpunkt kann nicht am Ende eines Absatzes stehen.

    Der Doppelpunkt wird nicht gesetzt, wenn für das Nachfolgende bereits eine andere Ankündigung steht, wie zum Beispiel also, unter anderem, nämlich, und zwar.
  4. Bindestrich und Gedankenstrich

    Der Bindestrich und der Gedankenstrich sind zwei unterschiedliche Zeichen.

    Der Bindestrich ist der kurze Strich (–), der mit der Minustaste der Tastatur gesetzt wird. Er wird als Trennstrich oder als Auslassungsstrich verwendet. Vor und nach dem Trennstrich stehen keine Leerzeichen. Vor dem Auslassungsstrich steht kein Leerzeichen, nach dem Auslassungsstrich steht ein Leerzeichen oder ein Komma. Im html-Text kann der Code &ndash ; verwendet werden. Der ASCII-Code des kurzen Striches (Minuszeichen) ist 45 (hex 2D).

    Der Gedankenstrich ist der lange Strich (—). Vor und nach dem Gedankenstrich stehen Leerzeichen. In Textverarbeitungssystemen wird er automatisch gesetzt, wenn vor und nach einem gesetzten Minuszeichen je ein Leerzeichen steht. Mit der Tastatur ist er nicht erreichbar. Im html-Text kann der Code &mdash ; verwendet werden. Der ASCII-Code des langen Striches (auch Halbgeviertstrich) ist 196 (hex C4).

    Erweiterte ASCII-Codes können durch Eingabe der Codezahl mit der Zifferntastatur bei gehaltener Alt-Taste erreicht werden.

    Beispiele:

    Der Trennstrich. Er trennt Wörter eines Begriffes aus Übersichtsgründen (wenn zum Beispiel vier oder mehr Grundwörter einen Begriff bilden): oder wenn die Sachlage dies erfordert: oder bei besonderen Hervorhebungen:
    Der Auslassungsstrich. Er ersetzt den namensgleichen Teil einer Mehrfachaufzählung, der nur einmal am Ende genannt wird:
    Der Gedankenstrich. Er trennt zwei aufeinanderfolgende Gedanken oder Aussagen, zwischen denen man auch Komma, Doppelpunkt oder Semikolon setzen könnte: Besonders hervorzuhebende Einfügungen in einen Satz können mit zwei Gedankenstrichen abgegrenzt werden:

Schlußbemerkungen

Eine Sprache ist ein kompliziert aufgebautes, mit vielen historisch entstandenen und gewachsenen Regeln ausgestattetes Kulturgut eines Volkes oder mehrerer Völker. Sie entwickelt und verändert sich durch den tagtäglichen schöpferischen Gebrauch aller Mitglieder der Sprachgemeinschaft. Sie ist ein volksübergreifendes einheitliches Instrument der Verständigung, des Ausdrucks von Emotionen und des Bewahrens und Erhaltens allgemeingesellschaftlicher Errungenschaften, Erkenntnisse, Traditionen, Kulturgüter und Organisationsregeln der Völker. Versuchen in einer Sprachgemeinschaft Einzelne oder kleinere Gruppen, die Sprache nach ihren persönlichen oder privaten Vorstellungen zu verändern und diese Abänderungen den Völkern aufzuzwingen, so ist das eine vollentwickelte Arroganz. Die Sprache lebt in den Völkern und durch die Völker. Einzelaktionismus ist nicht gefragt und kann nicht akzeptiert werden. In der Regel wird er von den Völkern nicht geduldet. Sprache unterliegt nicht der Regulierung durch staatliche Einrichtungen und nicht der Veränderung durch Kommissionen, die sich anmaßen, einem oder mehreren Völkern die Verwendung ihrer Sprache durch Vorschriften, Gesetze, Erlasse und anderer Verfügungen vorschreiben zu wollen. Wie sich eine Sprache entwickelt und verändert, bestreiten die Völker, die sie sprechen und schreiben. Schriftlich festgehaltene Regeln können nur im Konsens mit der gesamten Sprachgemeinschaft als verbindlich gelten. Dies ist ein langsamer, über Jahrzehnte und Jahrhunderte ablaufender Prozeß, der nicht mit Willkür beeinflußbar ist. Zur Erinnerung: Die sogenannte Rechtschreibreform wurde in Geheimsitzungen der Reformkommission, später des Rates für deutsche Rechschreibung, ausgearbeitet und danach als angeblich verbindlich für die Sprachgemeinschaft bekanntgegeben. Widerspruch wurde nicht geduldet. Ein solches Vorgehen kann nicht anerkannt werden. Sprache ist nicht administrierbar. Leider spielt sich in Deutschland der Staat als Eigentümer der Sprache auf und versucht, dem deutschen Volk andere als die historisch entstandenen Sprachregeln zu diktieren. Zur Erinnerung: Das Regelwerk der deutschen Rechtschreibung wurde als ganzes abgeschafft und durch ein anderes, zum großen Teil unbrauchbares, ersetzt. Dies trägt nicht zur Entwicklung der deutschen Sprache bei, sondern führt auf Dauer zur ihrer Zerstörung. Das politisch inszenierte Genderdeutsch hat bereits großen Schaden an der deutschen Sprache verursacht. Dies wird jedoch von den dafür verantwortlichen Politikern wegen ihrer stark eingeschränkten Deutschkenntnisse gegen alle Bestrebungen der sprachwissenschaftlichen Aufklärung bestritten und wider besseres Wissen mit Selbstherrlichkeit durchgesetzt. Jeder verantwortungsbewußte Deutsche hat das Recht, sich auf den Artikel 20, Absatz (4), des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zu berufen und sich diesen demokratie- und rechtswidrigen Vorgehensweisen zu verweigern. Die Sprache gehört dem Volk.