Ersteinstellung: 10.01.2004     
Zuletzt bearbeitet: 13.03.2017     

Kurz und bündig
in wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht.

Bemerkungen zu politischen und gesellschaftlichen Details



Der Verbrennungsmotor wird abgeschafft     13.03.2017

Antrag für den Grünen-Bundesparteitag im November 2017:
"Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren sollen ab 2030 nicht mehr neu zugelassen werden."

Na, dann geht es ja nun vorwärts! Und der weltweite Containerverkehr wird auf Segelschiffe umgesetzt. Alle anderen Schiffe werden elektrisch betrieben - es muß nur noch die Kleinigkeit geklärt werden, wie der Strom auf das Schiff kommt. Vielleicht wird er in Säcken geliefert. Der internationale Luftverkehr erfolgt dann ausnahmslos mit Solarflugzeugen. Weltumrundungen gibt es ja schon.

Ein Hoch auf die Grünen! Deutschland ist der Retter der Welt.
Ob die eigentlich noch verstehen, was sie reden?

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Barack Obama / Donald Trump     12.11.2016

Es gibt zwei für alle sichtbare Unterschiede zwischen beiden:

  1. Erster deutlich sichtbarer Unterschied: Obama hat eine dunkle Hautfarbe. Trump nicht.
  2. Zweiter deutlich sichtbarer Unterschied: Obama ist intelligent. --

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Da grinst die Logik     19.08.2016

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte im RBB-Fernsehen: "Zu unserer Gesellschaft gehört, dass man sein Gesicht zeigt. Trotzdem bin ich nicht für ein allgemeines Verbot der Vollverschleierung, weil es vermutlich vom Verfassungsgericht aufgehoben wird."

Anderes Beispiel: Zu unserer Gesellschaft gehört, daß man seine Schulden bezahlt. Trotzdem bin ich nicht für eine allgemeine Pflicht, das zu tun. Also wie denn nun? Er ist dafür und zugleich dagegen. Es geht aber nur eines von beidem. Mit Verlaub: Diese seltsame Art "Logik" überdeckt die gesamte Flüchtlingspolitik der deutschen Politiker. Und das Verfassungsgericht wird gleich in diese ulkige Denkweise einbezogen. So wird das nichts mit der Integration. Es ist ganz einfach mehr eindeutige Konsequenz erforderlich: In unserem Land gelten unsere Regeln. Wer andere Regeln möchte, kann nicht bei uns leben. Ausnahmen gibt es keine.

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Eine elementare Rechenaufgabe     06.07.2015

Wie groß ist der Druck, den ein Land mit einem Wirtschaftsanteil von etwa 2% der europäischen Wirtschaft auf Europa ausüben kann? Diese Frage ist mit elementarmathematischem Herangehen schon in der allgemeinbildenden Schule lösbar. Die Griechen haben wohl ernste Veranlassung, etwas mehr an die Leistungen ihrer früher traditionell weltbekannten Mathematiker anzuknüpfen. Tsipras kann das nicht. Er versucht, die Probleme mit permanentem Grinsen zu lösen. Varoufakis erzeugt als vermeintlicher Fachmann für Spieltheorie - einer allgemeinmathematischen Disziplin - arge Zweifel an den Fachkenntnissen in diesem Genre, wenn er diese elementare Rechenaufgabe nicht bewältigen kann. Das griechische Volk ist auf die rhetorischen Kunststückchen zweier Roßtäuscher und Scharlatane hereingefallen. Es braucht sicher noch etwas Zeit, aber dereinst wird es verstehen, warum die beiden nicht für das Volk gearbeitet haben. Nun, Varoufakis ist gegangen, Nachfolger vermutlich Euclid Tsakalotos. Der Vorname hat Gewicht in der Mathematik.

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Songcontest     24.05.2015

ESC: Schweden gewinnt vor Rußland und Italien - Deutschland: Null Punkte. Verwunderung? Für mich nicht. Ann Sophies "Black Smoke": Melodisch einfallslos, harmonisch nicht viel mehr, rhythmisch durchschnittlich, Bühnengestaltung nicht vorhanden, Gesangsqualität mäßig. Damit vorn plaziert werden zu wollen, ist eine skurrile Illusion. Und außerdem: Ein Land, das sich bei einem Liederwettstreit wie dem ESC seiner Muttersprache schämt und auf eine Fremdsprache ausweicht, hat einen vorderen Platz nicht verdient. Die Briten könnten sich beschweren, daß man für dieses Desaster ihre Sprache mißbraucht.

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Die Fleischskandale nehmen kein Ende!     12.04.2013

In der Bildzeitung vom 12.04.2013 findet man auf der Titelseite die umwerfende Meldung:

Ein echter Fleischskandal eben. Oder doch nur ein gestalterischer Ausrutscher?

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Die Grünen sind auf dem Weg zum Matriarchat     10.11.2012

Gleichberechtigung der Frau war gestern. Heute wird die Dominanz der Frau dekretiös festgelegt. Die Grünen hatten bei ihrer "Urwahl" eine solche Festlegung: Die Parteimitglieder konnten zwei Stimmen abgeben. Möglich waren zwei Stimmen für zwei Frauen, oder für eine Frau und einen Mann, nicht aber für zwei Männer." Aha. Damit die Männer nicht überhandnehmen, oder wie? Ist das so eine Art Männerquote? Oder eine Frauenquote? Da sollten Männer überdenken, den Kampf um die Emanzipation des Mannes zu beginnen. Ich zitiere dazu einmal meine Auffassung zu diesen im Grunde unbrauchbaren Politquoten, zu der ich bereits 1997 gelangt bin (http://www.unipohl.de/Deutschprobleme.htm):
Wenn ein Mann eine Funktion innehat, und es gibt eine Frau, die für diese Funktion die besseren Voraussetzungen, die bessere Ausbildung, die besseren Fähigkeiten und Kenntnisse hat, so soll, ja muß diese Frau die Funktion übernehmen, und zwar sofort und ohne Diskussion, aber sonst auf gar keinen Fall. Die Haltung, weil weiblich, hat sie ungeachtet ihrer Qualifikation Vorrang, ist so etwas wie das bevorzugte Servieren von schlechtem Fisch, auch wenn besserer da ist, weil ersterer verbraucht werden muß. Mit Frauenquoten schafft die Politik die Vernunft ab.

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Die Kunst des Klopfens (oder: Rap als Kunstrichtung)     16.06.2012
(engl. to rap = klopfen, pochen, schlagen)

Kürzlich befragte mich - einen 74jährigen, der mehrere Musikinstrumente spielt und in großen Chören gesungen hat - jemand ernstlich über mein Verhältnis zur sogenannten Rap-Musik. Als Wissenschaftler habe ich ihm meine Definition wie folgt gegeben.

Rap ist eine Kunstgattung, die von mindermusikalischen Menschen in Ermangelung der Fähigkeit zu singen geschaffen wurde. Rapper benennen ihre Kunst unbeirrbar mit dem Begriff Musik, womit sie sich in einem kardinalen Irrtum befinden. Rap ist das Deklamieren von Text mit Schlagzeugunterstützung.

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Jürgen Rüttgers' Bekenntnisäußerung     11.05.2012

Zitat Jürgen Rütgers: "Ob wir gewählt werden, hängt bedauerlicherweise von den Wählern ab." Muß man ein solches "Demokratieverständnis" kommentieren? Ich glaube nicht.

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Ein Wort zur heutigen Unterhaltungskultur     21.04.2012

Eine Perle aus der Sendung N-Joy des NDR am 17.04.2012: Das Lied "Ich liebe diese Tage..." aus dem Album "Immer wenn ich das hier hör'" von Kristoffer Hünecke (KRIS). Es regen sich Bedenken zum Niveau unserer Unterhaltungskultur, wenn man den Refrain hört:

"Ich liebe diese Tage / Egal wie scheiße es war / Ich will mich nicht beklagen / Ich liebe diese Tage"

Ein peinlicher Auswuchs sowohl inhaltlich als auch in der Verwendung kulturfernen Vokabulars als auch in der deutschen Orthographie und Grammatik. Und besonders einfühlsam ist es wohl auch nicht, wenn solche Mißformulierung in einem Lied nach Ansicht des Autors ein Viertel von hundertmal wiederholt werden muß. Auch der beschränkteste Zuhörer dürfte die Nachricht bereits nach der dritten Wiederholung verstanden haben. Aber welche Nachricht eigentlich? Nun, der übrige Text des Liedes ist auch nicht gerade ein Intelligenznachweis, wie man hier nachlesen kann. Man kann es sich auch anhören: hier.

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Ein Werbespruch, den man verstehen kann     22.02.2012

Der Sender radioBERLIN 88,8 pflegt in der Musikunterhaltung den Werbespruch: "Mehr 70er, mehr 80er und alles, was Berlin bewegt". Warum wohl? Bei einigem Nachdenken erkennt man das. Die vordergründige Orientierung auf die Musik der neueren Jahre würde die Einschaltquoten erheblich absenken. Die heutige Musik, deren kompositorische Einzelheiten sich auf Kettensäge und Schmiedehammer beschränken, hat kaum eine Massenbasis wie vor 20 und 30 Jahren, als noch richtige Musik geschrieben wurde. Und wenn dann noch einer dazu singt, hört es sich oft an wie eine Amputation ohne Narkose. Der Zahl der Zuhörer sind dadurch sehr enge Grenzen gesetzt.

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Wenn Gauck Bundespräsident wird...     21.02.2012

...dann soll er doch bitte erst seine persönlichen Verhältnisse "in Ordnung bringen", sagt CSU-Familienpolitiker und Bundestagsabgeordneter Norbert Geis (Zitat unten) mit Hinweis auf dessen Lebenspartnerin, mit der er seit 12 Jahren zusammenlebt, aber nicht verheiratet ist. Ganz erstaunlich, diese Bemerkung, wenn man auf ihre Herkunft schaut: Horst Seehofer (auch CSU) hat, wie bekannt, als verheirateter Mann mit einer Geliebten ein Kind gezeugt. Was ist das denn für eine "Ordnung"? Ist der Verrat an seiner Frau etwa löblicher, als eine offen bekundete Lebenspartnerschaft? Hat sich da Ordnungsapostel Geis nicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt? Da gefällt mir aber die "Ordnung" bei Joachim Gauck besser. Sogar besser als bei Familie Wulff, bei der man nicht recht überblicken konnte, ob nun Christian oder Bettina die Amtsgeschäfte des Bundespräsidenten führt. Im Übrigen bin ich der Ansicht, daß die Privatsphäre bekannter Menschen dem öffentlichen Zugriff stärker entzogen werden muß. So könnte vielen Sensationsgeschäften der Medien aller Art besser der Boden entzogen werden.

Zitat: „Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird” (Quelle: Passauer Neue Presse).

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Der Käsewitz des Jahres: Almette     09.08.2011

Auf der Außenfolie (links) und dem Innendeckel (rechts) eines Almette-Streichkäsebechers findet man die folgenden Informationen:

  

Also völlig gratis (!) innerhalb weniger Wochen (!) erhält man ein Frühstücksbrett mit Namenszug mit der allgewaltigen Auswahlmöglichkeit aus 3 (!) Vorlagen. Mit den Versandkosten von 4,90 Euro kann man da aber mächtig "einstreichen!". Ein "Geschenk" nach Almette-Art. Hält man dort eigentlich die Kunden alle für geistig behindert?

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Bundespräsidentenwahl mit Esprit     01.07.2010

Das Kasperletheater, das zur Wahl des Bundespräsidenten in den Nachmittags- und Abendstunden des 30. Juni 2010 in der Bundesversammlung aufgeführt wurde, bei dem die Wahlmänner und -frauen jede Möglichkeit nutzten, dem politischen Gegner den Stinkefinger zu zeigen1), zementiert genau das, was Bundespräsident Horst Köhler zum Rücktritt bewogen hat: Das Amt des Bundespräsidenten ist beschädigt worden. Eine Bundespräsidentenwahl mit Intellekt, Verstand und Bildung durchzuführen, liegt wohl außerhalb der Möglichkeiten der derzeitigen Politikerriege. Ein äußeres Zeichen dafür: Bundestagspräsident Norbert Lammert hat zur Abendesseneinnahme, die wegen der größeren Länge der Veranstaltung auf Grund der erhöhten Zahl der Wahlgänge umorganisiert werden mußte, eine Einweisung bekanntgegeben, die allenfalls für einen Kindergarten angemessen gewesen wäre2).

Rein technisch kann man einschätzen, daß wohl im Zeitalter der Computertechnologie die Durchführung einer solchen Wahl mit Zettel und Bleistift, bei der die Zettel dann mit mittelalterlichen Ritualen in drei Wahlurnen eingeworfen und hernach ausgezählt werden, recht fossil anmutet. Die Abstimmung per Computer, bei der nach Abgabe aller Stimmen auf Knopfdruck im Bruchteil einer Sekunde das komplette Ergebnis vorliegt, entspräche wohl eher dem Status des deutschen Bundestages. Vermutlich will man hier Sicherheitsbedenken ins Feld führen, obwohl heute jeder durchschnittlich gebildete Mensch weiß, daß man eine Computerabstimmung um den Faktor einiger Zehnerpotenzen sicherer gestalten kann, als die Abstimmung mit der althergebrachten Zettelwirtschaft.

1) Die offizielle Formulierung lautete "Denkzettel verteilen".

2) Norbert Lammert führte sinngemäß aus, die Wahlfrauen und Wahlmänner mögen doch bei Ihrer Esseneinnahme nicht aus dem Auge verlieren, rechtzeitig ihre Stimme abzugeben. Sie mögen entscheiden, ob sie vor oder nach Ihrer Stimmabgabe etwas zu sich nehmen und im zweiten Falle beachten, rechtzeitig wieder im Saal zu erscheinen.

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Lenamanie!     31.05.2010

In der Fernsehsendung "Brisant" vom 31.05.2010 stehen die Relationen auf dem Kopf. An erster Position erfährt der Zuschauer in voller Breite alles über den Sieg der Sängerin Lena Meyer-Landrut beim Liederwettstreit der Eurovision alias "Jurowischn Songkontest". Erst an zweiter Stelle wird dem Zuschauer mitgeteilt, daß Bundespräsident Horst Köhler mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten ist. Das ist das exakte mediale Abbild bundesdeutscher Politik: Das Unwichtige immer zuerst. Daß sich nach diesen Nebensächlichkeiten in Deutschland ein politisches Erdbeben ereignet hat - wen interessiert's! Das Argument der zeitlichen Aufeinanderfolge kann man dabei wohl nicht ernst nehmen. Fernsehen wird eben doch nur für die Beschränkten gemacht.

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Die Frau von heute     13.05.2010

Beobachtet man die Rolle der Frau im Öffenlichkeitsgebaren der gegenwärtigen Gesellschaft, insbesondere spürbar bei den Auftritten zum Filmfestival in Cannes, stellt man fest, daß Frauen pausenlos diskriminiert und beleidigt werden. Worauf kommt es bei Frauen an? Wie müssen sie sein? Sie müssen sexy aussehen und eine erotische Ausstrahlung haben. Und sonst nichts! Daß Frauen einen Intellekt haben, etwas können und etwas leisten, spielt in diesen Darstellungskategorien überhaupt keine Rolle. Mich wundert stets aufs neue, daß die meisten Frauen sich das kritiklos gefallen lassen.

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Staatsmacht und Rowdytum     07.12.2009

Unter der Überschrift

findet man in der heutigen Bildzeitung den nachfolgenden Beitrag:

Für mein Verständnis ist der letzte Satz ein Skandal. Axel W. ist Angehöriger der Staatsmacht mit dem Auftrag, Ruhe und Ordnung zu gewährleisten. Eine Politik, die beim Angriff auf diese Macht solche Fragen aufwirft, ist untauglich. Wie lange soll denn Axel W. warten, bis er die Waffe anwendet? Bis er totgeschlagen ist? Sollten die Darstellungen des Beitrages nicht völlig außerhalb der Wahrheit sein, ist die verlangte Klärung ein pseudodemokratisches Gejammer.

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Komplizierter gings nimmer!     10.09.2009

Das Ferienunternehmen Roompot veröffentlicht einen Preislistenkatalog. Da findet man zum Beispiel:

  

Die Feingliederung der Preiskategorien ist unübertroffen. Aus Platzgründen sind die Spalten mit Nummern von 1 bis 11 versehen. Die Legende dazu befindet sich rechts daneben. An ganz anderer Stelle im Katalog muß man nachschauen, was die Abkürzungen bedeuten. Tabellen in dieser Ausführlichkeit für verschiedene Regionen gibt es 103 Stück.
Da hat der Kunde nun aber wirklich die Wahl - oder er gibt entnervt auf und sucht sich eine andere Firma.

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Gentechnologie ade!     16.04.2009

Nun ist der Anbau des gentechnisch veränderten Maises in Deutschland verboten. Und was ist das? Das ist ein weiterer Triumph politischer Dummheit über die Wissenschaft. Warum ist das so? Weil die politischen Entscheidungsträger von der Gentechnologie soviel verstehen wie ein Maulwurf vom Adlerflug. Das sieht man allein schon daran, daß die Gentechnologie unter den Politikern wie ein Gift behandelt wird. Sie sprechen von "Verseuchungen", "Umweltzerstörungen" und mehr. Vorteile kennen sie keine. Mit solchen Darstellungen, wenn man sie nur rhetorisch genügend dramatisiert, findet man unter denen, die ebenso unbedarft sind, jede Menge Mitläufer. Und so hat man erneut verdeutlicht: Entscheidungen werden immer dort getroffen, wo die geringsten fachlichen Voraussetzungen vorliegen.

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Das Geistesformat der Bildzeitung     22.01.2009

"So sexy ist die neue First Lady" kann man heute in der Bildzeitung anläßlich des Amtsantritts Barack Obamas lesen. Eine Suche nach dem tieferen Sinn ist nicht nötig. Es gibt keinen. Es mangelt der Zeitung einfach am Benehmen. Den Gesamtabdruck der Antrittsrede des Präsidenten Barack Obama bringt das Blatt nicht zuwege, es bleibt bei Auszügen, aber in ungehörigen Anzüglichkeiten ist es führend. Ich habe dafür nur ein Prädikat: primitiv.

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Jackpot mit 90 Mio. Euro     12.01.2009

Ein neues Lottospiel wird aufgelegt: Eurolotto. Einen Jackpot mit nie dagewesenen 90 Mio. Euro soll es geben! Den Schöpfern ist das Maß für Vernunft abhanden gekommen. Nun ist mit einer einzigen Formelzeile die reziproke Abhängigkeit beweisbar, je höher die Gewinnsumme, desto kleiner die Gewinnchance. Da die Masse der Nation mit Mathematik aber nichts im Sinn hat, wird die Summe viele Millionen Spieler anlocken. Jeder schwelgt in dem Traum, die obere Kaste der Geldhaie zu erklimmen. Aber es ist der falsche Weg. Es ist ein Beitrag zur Entwicklung der Geldgier, der Ursache der Weltfinanzkrise. Besser wäre es, mit dieser Summe 180 Menschen zu beglücken. Es würde den Irrsinn reduzieren.

Randbemerkung: Die Wahrscheinlichkeit, beim jetzigen Lotto 6 Richtige zu ziehen, liegt bei 1/14 Mio. Heißt, man kann alle 14 Mio. Wochen mit einem Sechser rechnen - also alle 270.000 Jahre! Spielt man 100 Scheine jede Woche, sind es immer noch 2700 Jahre. Erst bei 3800 Scheinen wöchentlich könnte man es in einem Menschenleben einmal schaffen.

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Mediaspree: Demokratie auf Berliner Art     16.07.2008

Im Streit um die Pläne zur Bebauung des Spreeufers im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben die Gegner des Großprojekts einen Erfolg verbucht. Bei einem Bürgerentscheid am 12.07. votierten nach offiziellen Angaben fast 87 Prozent der knapp 35.000 Teilnehmer gegen das Vorhaben von Investoren, am Flußufer zahlreiche Büro- und Wohnhäuser zu errichten.

Umgehend wurde dazu mitgeteilt, der Bürgerentscheid sei aber nicht bindend. Das ist der höhere Demokratieverstand der Politiker: Wir fragen das Volk mal, was es denn denkt, aber machen werden wir dann etwas anderes.

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Politik und Stammzellenforschung     12.04.2008

Welch bemerkenswerter Kompromiß im Bundestag! Ganz freigeben ging nicht. Ganz verbieten auch nicht. Die klerikalen Betonansichten lassen sich nun wohl doch nicht mehr ganz halten. So hat man denn das Datum auf den 01.05.2007 gelockert, von dem die Stammzellen als Forschungsmaterial nun sein dürfen. Aber noch etwas muß sein: Deutsch dürfen sie nicht sein, die embryonalen Stammzellen. Es müssen ausländische sein! Aber das hätte man zuallererst streichen müssen. Noch bevor alles andere verhandelt wird. Was hört man denn da heraus?! Ist es wieder festgeschrieben? Am deutschen Wesen soll die Welt genesen? Deutsche Embryonalzellen genießen höheren Schutz, ausländische weniger? Es ist schlecht getarntes Nazigedankengut. Oder haben sie das alle im Unterbewußtsein und merken es gar nicht? An dieser Stelle ist aber sehr stark eine Erklärung vonnöten. Oder eine Änderung.

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Der Lärm um die Rentenerhöhung     28.03.2008

Die Renten sind nun 4 Jahre nicht mehr an die Inflationsrate angeglichen worden, obwohl das Gesetz dies vorschreibt. Nun gibt es Politiker, die das wenigstens als Propagandamanöver im Vorwahljahr einmal machen wollen. Bescheidene 1,1% nach 4 Nullrunden-Jahren. Lächerlich! Aber das soll wohl nun auch nicht gehen, mahnen die Arbeitgeber, in deren private Bereiche immer höhere Anteile des Bruttosozialproduktes fließen, ohne daß sie sich an den Mehrkosten aus der Veränderung der Bevölkerungsstruktur beteiligen. Es koste 2 Milliarden zusätzlich pro Jahr und man wisse nicht, woher das Geld kommen soll. Sagen sie. Die Jungen müßten das bezahlen, sagen sie, und schüren so einen künstlichen Generationenkonflikt. Wenn aber in einem einzigen Jahr 10 Milliarden für Banken gebraucht werden, die sich durch Fehlspekulationen an den Rand des Untergangs gewirtschaftet haben, ist kaum eine Diskussion nötig. Das geht sofort. Und kein Ende in Sicht. Aber nun erfährt man auch noch, daß die Pensionen der Politikerrentner mehr als doppelt so stark steigen, wie die der anderen Rentner. Wer nun immer noch nicht sieht, für wen der Staat da ist, muß aber sehr behindert sein. Offensichtlicher kann man es gar nicht mehr machen.

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Verdienst und Verdienste     27.03.2008

"Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, verdient 14 Millionen Euro". So die Bild-Zeitung heute. 1,2 Millionen Euro Grundgehalt pro Monat! "Verdienen" ist ein übler Formulierungsfehler. Das nimmt er sich. Von "verdienen" kann keine Rede sein. Was müßte denn dann der Berliner Herzchirurg Prof. Dr. Dr. Roland Hetzer verdienen, wenn man einmal die Leistungen gegenüberstellt? Anders gerechnet: 1,2 Millionen Monatsgehalt. Würde er sich mit einem Drittel begnügen, was ohne Zweifel zumutbar wäre - immerhin schafft er die Werte nicht selbst, sondern die Mitarbeiter - würden monatlich 800.000.- Euro frei, damit könnte man 600 bis 700 Arbeitsplätze unterhalten. Umgerechnet auf den Verzicht aller auf diese Weise unmäßig angeeigneten Mittel in ganz Deutschland hieße das, wir hätten keine Arbeitslosigkeit mehr. So ist Deutschland: Um den Reichtum der Reichen zu mehren, müssen die Armen für alles immer mehr bezahlen.

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Faszination Englisch?     16.03.2008

Wie bringt man einen erwachsenen Mann dazu, auf einem Kinderroller durch die Stadt zu fahren? - Man macht die Räder kleiner, verdoppelt den Preis und nennt ihn "kick board".

Wie bringt man erwachsene Menschen dazu, im Sommer mit Skistöcken durch das Land zu laufen? - Man entfernt die Teller und nennt es "nordic walking".

Vorschlag: Demnächst animieren wir Menschen, mit einem Kindernuckel im Mund durch die Straßen zu ziehen. Was tun wir? - Wir machen den Ring größer und nennen ihn "face floppy". Wird der Erfolg lange ausbleiben? Vermutlich nicht. Wir müssen nur erklären, daß es gesund ist und die Abwehrkräfte stärkt.

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Relationen     14.02.2008

Was sind das für Verhältnisse?! Für ruinöse Banken zahlt der Staat viele Milliarden, um sie vor dem Untergang zu retten. Manager, die den Untergang zu verantworten haben, erhalten statt Regreßforderungen Monatspensionen von mehr als 30.000 Euro, Größen, die die Mehrheit der Rentner im Jahr nicht erhält. Dafür werden Steuermittel verschleudert, ohne die Steuerzahler zu fragen, skrupellos, gewissenlos. Aber Kinderhospize, die unheilbar kranken Kindern das kurze Leben erträglicher und deren Familien das Dasein menschlicher gestalten, können nur durch Spenden bestehen. Dafür hat der Staat nichts. Gibt es einen arbeitenden Menschen, der diesen Kopfstand der Relationen verstehen kann?

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Die Linke bereitet Sorgen?     01.02.2008

Die CDU "sieht mit Sorge den Einzug der Linken in die Landtage Hessens und Niedersachsens". Merkwürdig. Als die NPD in die Landtage Sachsens und Mecklenburg-Vorpommerns einzog, habe ich von solchen "Sorgen" nichts erfahren. Was Wunder, wenn dabei zur CDU ganz merkwürdige Gedanken entstehen. Welchen Wert haben dann die Sprüche über das Bekämpfen faschistischen Gedankengutes?

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Die Einteilung der Gesellschaft - oder: Eine Forderung an die Politik     19.01.2008

Die Politik möge endlich aufhören, im Zuge der Kriminalitätsdiskussion die Gesellschaft in Ausländer und Deutsche zu unterteilen. Das ist im Ansatz falsch. Unterscheiden muß man Kriminelle und Nichtkriminelle. Und Kriminelle brauchen keine Kuschelerziehungsversuche, sondern staatliche Härte. Ohne Ansehen der Herkunft. Mit einem Unterschied: Menschen, die ins Land gekommen sind und hier Kriminalität entfalten, fliegen wieder raus. Sofort und ohne scheindemokratisches Gerede. Es ist unvertretbar, daß jemand nach einer Straftat schnell noch einen Asylantrag stellen kann. Ein solcher Antrag ist gegenstandslos.

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Jugendkriminalität     18.01.2008

Es ist an der Zeit, daß sich eines der zahlreichen Meinungsforschungsinstitute daranwagt, eine Ermittlung zu starten, wieviele Jugendliche im Lande eines oder mehrere Computergewaltspiele benutzen, in denen sie täglich Hunderte Menschen über den Haufen schießen. Ich bin sicher, daß unter diesen Jugendlichen der Prozentsatz an Gewalttätern höher ist als unter den Jugendlichen, die solche Spiele nicht betreiben. Nicht so sicher bin ich hingegen, daß der Staat daraus den Schluß ableiten würde, die Herstellung solcher Spiele wegen Gewaltverherrlichung oder -bagatellisierung unter Strafe zu stellen.

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Spitze der Unverfrorenheit     08.12.2007

Politiker richten ohne Skrupel eine neue Staatssekretärsstelle mit einem Monatsgehalt von 10.500 Euro ein, die Abgeordneten erhöhen sich die Diäten ohne die Lage des Volkes zu berücksichtigen, aber wir sollen um 20.00 Uhr für 5 Minuten das Licht ausmachen. Im Namen der Umwelt. Wieviel Kohlendioxid wird man wohl erzeugen müssen, um ein Jahresgehalt von 126.000 Euro aufbringen zu können? Es ist schon grotesk, was die Politik in diesem Lande hervorbringt.

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Ehe auf Zeit?     21.09.2007

Eine neuerliche Studie, die sich mit dem Schulsystem im Lande der Dichter und Denker befaßte, kommt zu dem Schluß, die Deutschen würden immer dümmer. Das ist schon ein harter Schlag. Zu welchem Schluß aber wäre wohl die Studie erst gekommen, hätten die Verfasser von den Vorstellungen der Frau Gabriele Pauli über die "Ehe auf Zeit" gehört?! Oder meint es die Kandidatin für den CDU-Vorsitz gar nicht so ernst? Ist alles nur ein Wahlkampftrick? Wir wissen ja, die meisten Wähler entscheiden nicht nach Sachinhalt der Äußerungen, sondern nach Bekanntheitsgrad des Namens. Und der ist ja nun wohl wegen unüberbietbarer Hirnanomalie in aller Munde.

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Herr Struck und das Geld     20.08.2007

Allerdings wären diese 154 Mrd. € Kosten für die Verbesserung der allgemeinen Lage des Volkes. Geld ausgeben für das Volk? Das darf man in Deutschland natürlich nicht! Da lassen wir doch lieber noch ein paar Milliarden den Unternehmerbossen zukommen, die ja außer überschüssigen Millionen sonst nichts haben. Und für Steuerverschwendungen für unnützes Zeug brauchen wir schließlich auch noch etliche Milliarden. Da kann doch das Volk nicht auch noch etwas haben wollen. Das Unverschämte an der Rechnung ist nur, daß Herr Struck Mitglied der SPD ist, die einst als Arbeiterpartei gegründet wurde.

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Fernsehpolitik     08.08.2007

Das Fernsehen richtet seine Sendepolitik unbeirrbar und ausschließlich nach den Quoten aus, das bedeutet, es geht um Geld und nur um Geld und ohne andere Kriterien um Geld. Dabei bleiben jedoch, wie zu sehen ist, Kultur, Wissenschaft, Bildung sowie auch Anstand, Sitte und Moral auf der Strecke. Das gesamte Fernsehen verkommt zu einem Verblödungsmedium zum Nutzen der Geldeintreibung. Es ist endlich an der Zeit, diese alleinige Quotenpolitik über den Haufen zu werfen und mit den Zuschauergebühren Fernsehen zum Nutzen der Zuschauer zu machen.

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Politikerdeutsch     16.07.2007

NDR, 16.07.2007 - 10.00 Uhr, Interview mit einem norddeutschen Politiker:
"Wenn ein Vorfall, wie es im konkreten Fall in Vattenfall der Fall ist, in solcher Weise eskaliert, muß man den Fall neu überdenken."
Gesagt hat er nichts, aber die Wortwahl hat im konkreten Fall allenfalls Einfallsreichtum.

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Arroganz und fehlender Feinsinn      01.03.2007

In der Bildzeitung vom 01.03.2007 liest man auf Seite 1:



Mit gutem Beispiel voran! Parlament und Volk sind eben zweierlei Menschen. Die einen haben Privilegien, die anderen nicht. Aber das hier ist kein Privileg, es ist fehlendes politisches Gespür: Im Bundestag braucht man sich nicht an die Festlegungen für das Volk zu halten. Dort ist man etwas besseres. Das Nennen eines Grundes hätte man sich doch schenken können.

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Mehrwertsteuererhöhung?      07.01.2007

Mein Friseur interpretiert die Mehrwertsteuererhöhung von 16% auf 19% auf seine eigene Weise: Einfacher Herrenhaarschnitt trocken, ohne Zusatzleistungen. Preis im Dezember 2006: 5,- €. Preis am 05.01.2007: 7,- €. Die Steigerung ist nicht 3%, nicht 10%, nicht 30%, sondern 40%! War bei der Neufestlegung der Taschenrechner defekt? Ein Schild auf dem Tresen im Laden erklärt mir nun, die Steigerung sei moderat. Da habe ich so meine Bedenken über die Deutschkenntnisse.

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Aktionen - ja oder nein. Wer entscheidet?      10.12.2006

Ob eine vorgeschlagene Aktion durchgeführt wird oder nicht, richtet sich in jedem Falle ausschließlich nach den Interessen des Kapitals. Die gesetzliche Regelung des Rauchverbotes findet nicht statt. Grund: Die Tabakindustrie ist dagegen. Die Rechtschreibreform wird durchgesetzt. Grund: Die Medienkonzerne wollen es. Von Demokratie ist hierbei keine Rede, denn in beiden Fällen hatte sich die Volksmehrheit für das Gegenteil entschieden.

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Wirtschaftlicher Aufschwung?      15.10.2006

Wenige Zahlen aus der Wirtschaft beflügeln in jüngster Zeit viele deutsche Politiker, mit zunehmender Lautstärke von einem wirtschaftlichen Aufschwung zu reden. Sehr oberflächliches Denken! Reiner Populismus! Nichts davon ist der Fall. Die Zahlen zeigen lediglich das vermehrte Streben im ganzen Land, einige Dinge noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bekommen, die ab 2007 durch die Mehrwertsteuererhöhung teuerer werden. Dieser "Aufschwung" ist am 31.12.2006 zu Ende. Ab Januar 2007 entfällt das alles und wir sehen dann wieder den nächsten planmäßigen Krisenerscheinungen entgegen.

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Die Bildzeitung und die Chemie      23.07.2006

In der Bildzeitung vom 22.07.2006 findet man auf Seite 10:

Vorsicht Mitmenschen! Nicht an der Seltersflasche riechen. Und schon gar nicht daraus trinken. Nach dem Öffnen tritt "hochgiftiges" Kohlendioxid aus. Sie könnten auf dem Weg ins Krankenhaus sterben. Und noch etwas: Hauchen Sie niemals Ihren Nachbarn an. Er könnte tot umfallen. Ihre Atemluft enthält "hochgiftiges" Kohlendioxid. Ein Tip für die Bildredakteure: Vor dem Schreiben wohl doch besser erst einmal in ein Chemiebuch schauen.

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Die Politiker und der Verstand      04.01.2006

Die Feststellungen über den Geburtenrückgang in Deutschland führen bei Politikern zu wahrhaft absurden Ideen. Es werden nicht etwa die gewürdigt, die Kinder haben, nein, es werden die bestraft, die keine haben. Das ist eigentlich schon irrsinnig genug. Aber man setzt noch eins drauf: Die Bestrafung kommt nicht jetzt, sondern irgendwann, wenn die Eltern in Rente sind. Was mag sich nur in solchen Hirnen abspielen!? Es fehlt der Verstand. Es fehlt die Bindung zum Leben gänzlich. Auf normale Ideen kommen sie nicht: Wenn man mehr Kinder will, muß man dafür sorgen, daß Familien mit Kindern besser leben als Familien ohne Kinder. Jetzt!

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Bildungspolitik in Länderverantwortung?      20.12.2005

Nun ist es raus: Durch die deutsche Politik sollen weitere Anstrengungen unternommen werden, die Bildungspolitik stärker in die Verantwortung der Länder zu legen. Und das geht genau in die falsche Richtung! In einer Zeit, in der man für einen Arbeitsplatz ohne Not samt Familie und schulpflichtigen Kindern das Bundesland wechselt, ist es rundheraus verantwortungslos, danach zu streben, daß in jedem Bundesland etwas anderes gelehrt wird. So kehren wir zurück in die Kleinstaaterei vor Bismarck. Nie so aktuell wie heute, Heinrich Heine: "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht." Auch wenn Heine es anders gemeint hat, es ist literarische Freiheit, für solche Politik die deutsche Untergangsstimmung herauszulesen.

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Die Renten sind sicher?      30.10.2005

Nun wissen wir, daß die zukünftigen gesetzlichen Renten im Alter zum Überleben nicht mehr reichen. Nach der Entlarvung der vorher verbreiteten Lügen fordern dieselben Politiker, die uns jahrzehntelang belogen haben, massiert zur Selbstvorsorge auf. Die Frage ist nur, wie denn? Millionen Hartz-IV-Empfänger und Abermillionen andere, die nicht viel mehr haben, sollen von dem, was kaum zum Überleben reicht, noch etwas zurücklegen? Da haben die Politiker wohl nun endgültig den Boden unter den Füßen verloren.

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Extreme, Extreme      23.10.2005

Der Erste wird gezählt, der Zweite ist schon eine Null. Es geht nur noch am Rande des möglichen. Das Größte der Welt, das Beste aller Zeiten, das Höchste der Galaxis, der Dickste, die Dünnste und so weiter und so fort, normale Größen gibt es nicht mehr. Talente brauchen wir nicht. Nur noch Superstars. Und wenn ein 1,78-m-großes Mädchen mit 51 kg zu dick ist und deshalb aus der Klum-Sendung rausfällt, habe ich Zweifel an den Hirnen der Veranstalter; sie können sich in die Extreme einreihen: Die Dümmsten.

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Die Götter und die Wissenschaft      20.10.2005

Bedeutende Köpfe der Welt, wie zum Beispiel Stephen Hawking, könnten möglicherweise noch wesentlich genialer sein, wenn ihre Sicht nicht im innersten durch die Fiktion der Existenz menschenerdachter überirdischer Kräfte blockiert würde. Unbestreitbar ist: Die Welt wird gesteuert durch die gesetzmäßigen und die zufälligen Vorgänge in der Natur und in der Gesellschaft. Andere Kräfte gibt es nicht.

Hawking: "Gott mag ursprünglich die Naturgesetze erlassen haben. Doch seitdem scheint er es dem Universum überlassen zu haben, sich zu entwickeln. Gott selbst mischt sich nicht mehr ein."

Der Ausgangspunkt dieser These (Satz 1) ist falsch.

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Die bunten Wahlen      03.10.2005

Ampel oder Jamaika, Rot und Schwarz - wie auch immer. Unter Rot - Gelb - Grün ist ja noch etwas zu erkennen. Aber unter Schwarz - Gelb - Grün wäre ja - wie man sieht - oben das Licht aus.

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Vorgänge im Großhirn am Beispiel Edmund Stoibers      02.10.2005

Ich suche einen Wissenschaftler, der den Code kennt, mit dem die logischen Zusammenhänge nachfolgenden Zitats verschlüsselt wurden.

Was hat er gesagt?

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Stoiber und die Dialektik      10.09.2005

"Wir haben leider nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern", sagt Stoiber. Durch die Aussage selbst wird der Inhalt des Satzes widerlegt. Er darf doch nicht annehmen, daß die lokalpatriotische Arroganz, die an Dummheit wohl ihresgleichen nicht finden kann, nicht bemerkt wird. Und die Wähler haben es bemerkt - überall. Die Bayern sind ein kluges Volk - wie die anderen auch. Aber auch dort baut man die Politik andersherum auf wie das "Blaue Wunder" in Dresden: Mit den größten Nieten oben.

Nachtrag. Nun hat sich jemand gefunden, der mir geantwortet hat. Leider hat er ein anonymes Mailprogramm verwendet, so daß ich ihm nicht einmal danken kann. Hier die Antwort:

"Das mag vielleicht für Dresden so sein, dass die größten Nieten oben sind. Herrn Pohl ist aber sicher entgangen, dass Edmund Stoiber in München regiert und nicht in Dresden. Was solche Kenntnislücken aber nun auch noch mit blauen Wundern zu tun haben, bleibt verworren und unverständlich."

Der anonyme Herr (oder die anonyme Dame?) tut gut daran, den Namen nicht zu nennen. Es wäre sonst zu peinlich gewesen. Ich versuche es einmal zu erklären. Das "Blaue Wunder" ist der Volksname für eine genietete Stahlbrücke über die Elbe, statisch bedingt mit den großen Nieten unten. Und diese Brücke steht in Dresden, nicht in München. Solche Kenntnislücken sind aber vermeidbar, wenn man in einem beliebigen Lexikon nachschlägt. Der Aufruf von http://de.wikipedia.org/wiki/Blaues_Wunder im Internet hätte auch gereicht. Ohne diese kleine Mühe entsteht, wie man sieht, die großmäulige Darbietung der Unkenntnis.

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Strafzettel      18.07.2005

In einer Mail schreibt mir Frau Anna Fischer:

"Sensationell - MITLAUFENDE PARKSCHEIBE !! NIE WIEDER STRAFZETTEL !!
Statt 9,99 Euro, Werbeaktion NUR 2,99 Euro
Nur noch 500 Stück lieferbar!!
Hallo Manfred Dr. Pohl,
Strafzettel wegen zu langem Parken gehören der Vergangenheit an!! Parken Sie so lange wie Sie wollen, ohne ein Knöllchen zu bekommen. Mit dieser mitlaufenden Parkscheibe ist es möglich. Durch das auf der Rückseite eingebaute Uhrwerk läuft die Parkscheibe in Echtzeit weiter. Einfach genial :-)
Gleich für Freunde und Familie mitbestellen - ideales Geschenk!!
Parkscheibe entspricht der STVO in Deutschland / Österreich und Schweiz"


Da fällt mir doch ein bekannter Werbeslogan ein: "Normal ist das nicht." Hier allerdings in direkter Bedeutung angewendet. Man sieht es auch an der Orthographie. Und die Logik grinst. Wozu denn 2,99 €? Da kann ich doch auch meinen alten Wecker hinter die Frontscheibe stellen.

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Wie wurde der Grand Prix verspielt?      20.06.2005

Nicht in diesem Jahr wurde der Grand Prix verdorben, und nicht durch Gracia allein. Durch unseriöse und peinliche Experimente in den Vorentscheiden der vergangenen Jahre - Stichwörter Gildo Horn, Rudolf Mooshammer (er ruhe in Frieden) - und durch unwürdige Machenschaften im Vorfeld in diesem Jahr - Betrug, offene Feindseligkeiten, Skandale verschiedener Art - wurde das Ansehen des deutschen Teams ruiniert und die Achtung vor den Deutschen insgesamt zerstört. Wenn dazu noch eine halbfertige Leistung geboten wird, ist der Untergang sicher. Auch Jouroren sind nicht frei von Gefühlen, und wer den Grand Prix zur Bühne ungezügelt deklassierender Eskapaden machen will, wird verlieren - gesetzmäßig.

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Müntefering und der Kapitalismus      13.06.2005

Franz Müntefering hat mit seiner Kapitalismuskritik den Inhalt richtig getroffen, aber die Form falsch gewählt. Seine Gegner verwenden nun ausschließlich die Form, um seine Kritik als ganzes auszuhebeln. Ein durchsichtiges Manöver, das außer Mangel an Geist gar nichts offenbart. Der Tiervergleich war unpassend, aber der Kern ist richtig, denn viele Unternehmen richten ihre Tätigkeit ausschließlich auf maximalen Gewinn aus. So verschwinden Milliardenbeträge auf privaten Konten, die nicht mehr in der Wirtschaft zirkulieren und dadurch großen Schaden anrichten. Ich zähle zu denen aber auch Funktionäre in öffentlichen Positionen, z. B. die Bosse in den medizinischen Verwaltungen, die die Parxisgebühr dazu verwenden, ihre Gehälter zu verdrei- und zu vervierfachen.

Müntefering warf den meist amerikanischen Unternehmen der sogenannten Private-Equity-Branche (private-equity = außerbörsliches Eigenkapital) vor, wie "Heuschrecken" über Deutschland herzufallen, Firmen aufzukaufen und sie dann rücksichtslos zu zerschlagen.

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Sparen?      10.03.2005

Deutsche Politiker erwägen, den Pfingstmontag als Feiertag abzuschaffen, um 1,9 Milliarden Euro zu gewinnen, aber sie sehen nicht, daß mit der Abschaffung der unnützesten aller Reformen, der Rechtschreibreform, die kein vernünftiger Mensch haben will, das zehn- bis zwanzigfache zu gewinnen wäre - jährlich. Seltsame Sparlogik.

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Scherze      06.02.2005

Die jüngsten Ausfälle Stefan Raabs über die Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg (Bild, 04.02.2005, Seite 1, Verlierer; Dresden war so beliebt, daß die Amis in Massen kamen) möchte er gern als Spaß verstanden haben. Ich mache jetzt auch mal einen Spaß. Für die Menschen gilt allgemein: Alter + IQ = C, const. Bei Raab ist C = 60.

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Rauchen ist schädlich      02.02.2005

Ein Raucher, der eine Zigarettenfirma für entstandene Erkrankungen auf Schadenersatz verklagt, kommt mit vor, wie einer, der sich mit dem Beil eine Hand abhackt und hernach den Hersteller des Beils auf Schmerzensgeld verklagt, weil er nicht gewußt habe, daß es weh tut.

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Seliges Geben und Nehmen      30.01.2005

Im Ergebnis der Gesundheitsreform wird den Menschen in unserem Land immer tiefer in die Tasche gefaßt, wir zahlen beachtliche Krankenversicherungsbeiträge, die Zuzahlungen in der Apotheke steigen, beim Arztbesuch wird abkassiert, bei stationärer Behandlung zahlen wir drauf, Zahnersatz zahlen wir zukünftig selber, Brillen auch; erbringt aber einer für das Gesundheitswesen eine Leistung - zum Beispiel ein Blutspender - so tut er das selbstverständlich unentgeltlich. Mir stellen sich dazu Fragen, etwa wie die nach den Überstunden, zu denen mir mein Chef erklärt, dafür gäbe es kein Geld, die müsse ich sowieso machen, weil ich ja die Gnade hätte, für ihn arbeiten zu dürfen.

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Reformierte Gesundheit?      13.01.2005

Was ist denn eigentlich Gesundheitsreform? Wird mit ihr etwa die Gesundheit der Menschen reformiert, was immer das sein könnte, oder eher die Versicherungsleistungen der Krankenkassen? Ist es nicht deshalb eine Leistungsreform für die Kassen? Und so wie dieser sprachliche Mißgriff sieht die ganze Reform aus, die im Kern nur eine verlagerte Beitragserhöhung ist, in der Hoffnung der Politiker, daß der Patient dies nicht erkennt.

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Porno - wie hoch ist die Gefahr?      30.12.2004

Das deutsche Pornogesetz verbietet die öffentliche Darstellung sexuleller Handlungen an Orten, die Kindern zugänglich sind. Die deutsche Kriminalstatistik beweist jedoch, daß der Schaden für die Kinder aus der öffentlichen Darstellung von Gewalt und Terror und der Verherrlichung des leichtfertigen Umgangs mit Feuerwaffen um Zehnerpotenzen größer ist, aber diese Darstellungskategorien reichen völlig legal bis in die Zeichentrickfilme für Vorschulkinder hinein. So ist deutsche Justiz: Sie plätschert an der Oberfläche dahin, aber gegen die wahren Gefahren ist sie handlungsunfähig.

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Steuerverschwendung      30.09.2004

Das Schwarzbuch der Steuerverschwendung weist für das Jahr 2003 30 Milliarden Euro nutzlos verschwendete Steuergelder aus. Damit könnte man jedem der 4,2 Mio. Arbeitslosen in Deutschland ein Jahr lang monatlich rund 600 Euro auszahlen. Da sich diese Verschwendung jährlich wiederholt und sogar steigert, hätte sich damit Hartz IV auf geniale Weise erübrigt und wegen der Steigerung wäre sogar noch eine periodische Erhöhung der Zuwendungen drin.
Natürlich muß man dabei schauen, wie sich die Arbeitlosenzahlen entwickeln. 2003 wußte man ja noch nicht, daß sie sich entgegen den schröderschen Versprechungen in seinem Wahlkampf nicht halbieren, sondern verdoppeln werden.

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Arm und reich      12.07.2004

Deutschland ist ein sehr armes Land. China kann sich den Transrapid leisten, für Deutschland hingegen ist er unbezahlbar. (Eintrag vom Juli 2004)

Nachtrag vom 15.06.2006:
was ich vor zwei Jahren schon hier eingetragen hatte, haben unsere Politiker jetzt auch schon raus. Bildzeitung am 14.06.2006:

Manche begreifen es eben langsamer als im allgemeinen das Volk.

Nachtrag vom 23.09.2006:
Nach der gestrigen Katastrophe werden die Gegner des Transrapids nun mit Sicherheit alle Register ziehen, um die Magnetschwebetechnik grundsätzlich in Zweifel zu ziehen.

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Brenda und der "Meteorit"     14.06.2004

oder: Märchenstunde in der Bildzeitung (es ist nicht die Erste-April-Ausgabe!)

Ja, wirklich, ein schöner Brocken! Aber was ist nun aus dem Sofa geworden? Die Frage entsteht, weil ein Meteorit dieser Restgröße , der durch die Reibungskräfte in der Erdathmosphäre abgebremst wurde, nachdem er mit einer Geschwindigkeit von mindestens 11,2 km/s eingetreten war (möglich sind bis 72 km/s), rotglühend ist und das ganze Haus in Brand setzen würde, wenn es denn dazu käme. Das aber ist nicht wahrscheinlich, denn das Steinchen würde am Boden noch immer eine Restgeschwindigkeit von etwa 8 km/s haben (möglich sind bis 34 km/s), wodurch im Moment des Auftreffens eine Energie von rund 12 MWh freigesetzt würde. Das entspricht der Energie, die bei der Zündung von rund 10 kg TNT (Trinitrotoluol) frei wird. Bei 34 km/s wären es 210 MWh oder rund 180 kg TNT. Ob das Sofa das wohl aushält? Ganz sicher: Die Frage nach dem Sofa steht nicht.

Angesichts der Energiebilanz muß man wohl erwarten, daß ein größerer Landstrich verwüstet würde. Und Brenda Archer könnte den Stein nicht mehr vor einer Kamera präsentieren. Da nach dem Bildzeitungsbericht ähnliches aber nicht passiert zu sein scheint, kann hier etwas nicht stimmen. Wo immer der Stein auch hergekommen sein mag, wäre zu klären. Aus dem Kosmos kam er sicher nicht. Kam er womöglich von einem wütenden Nachbarn? Oder wollte Brenda einfach mal in der Bildzeitung stehen?

Interessant wäre, zu erfahren, ob Joel Schiff gegrinst hat, als er davon hörte.

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Verdienste?      02.04.2004

"Telekom-Chef verdient 2,6 Millionen Euro" titelt die Bildzeitung vom 31.03.2004 auf der Seite 1. Hier liegt wohl ganz sicher ein Vokabelfehler vor. Es mag sein, daß er 2,6 Millionen Euro erhält. Verdient jedoch hat er sie mit Sicherheit nicht, weil er dafür zum Beispiel die hundertfache Arbeitsleistung eines Hochschulprofessors erbracht haben müßte oder zum Beispiel die 250fache Arbeitsleistung eines mittleren Bauleiters. Jeden Tag. Das ist weder physisch noch geistig auch nur annähernd möglich.

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Preisspirale?      10.01.2004

Der Zufall wollte, daß ich einen Artikel im Baumarkt im Abstand von 10 Jahren zweimal gekauft habe und von beiden noch die Rechnung habe: Ein selbstklebendes Abdichtband für Türen und Fenster. 1994 habe ich für eine Packung mit 10 m Band 9,95 DM bezahlt, dieselbe Packung Anfang 2004: 13,99 Euro! Der Begriff "Spirale" erhält hier eine völlig neue Definition.

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Wird fortgesetzt